상세 보기
초록
Peter Weiss’ Stück Die Ermittlung, dessen Premiere auf 16 deutschen und internationalen Bühnen am 19. Okt. 1965 gleichzeitig stattfand, war der erste Versuch in der deutschen Theatergeschichte, die Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten auf die Bühne zu bringen. Das Stück war ein genuiner Beitrag zu den Debatten und Gedächtniskämpfen, die durch den Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 in Gang gesetzt wurden. Mit diesem Stück, das zu einem wahren Medienereignis wurde, ist das über das Thema gelegte Tabu gebrochen und der scheinbaren Ruhe im Nachkriegsdeutschland der Adenauer-Ära ein Ende gesetzt worden. Mit der Ermittlung hat der Stückschreiber für die These der kollektiven Schuld den Anstoß gegeben: die Deutschen, die den Willen des Führers mit der Staatraison gleichstellend und der Obrigkeit gehorchend die von den Vorgesetzten gegebenen Befehle und Anordnungen zur Judenvertreibung und -vernichtung in sich verinnerlicht und mit bürokratischer Akribie willig vollgestreckt haben, seien des Massakers an den europäischen Juden mitschuldig. Peter Weiss schweigt auch nicht über die kuriose und unheimliche Verwicklung der Opfer mit der Vernichtungsmaschine des Lagers. Er beschreibt, wie sie schon bei der Ankunft in die von Primo Levi dargestellte Grauzone einzutreten beginnen und sich am Ende zu einem Nicht-Menschen, Muselman genannt, verwandeln. Mit der Hauptfigur Lili Tofler im 5. Gesang setzt Peter Weiss jedoch dem freien Willen des Opfers ein Denkmal: sie behauptet bei allen Gefahren und Entbehrungen ihr Recht auf die Sprache und Zeugenschaft, das ihr die Nazis noch durch die Liquidierung ihres Lebens nicht ganz wegnehmen konnten: Ihr Brief überlebt sie. Die Zeugin 5 lässt Peter Weiss vor dem Gericht darüber berichten.
키워드
- 제목
- 페터 바이스의 『수사』와 독일의 기억문화
- 제목 (타언어)
- Peter Weiss’ Stück Die Ermittlung und die Erinnerungskultur der Deutschen
- 저자
- 탁선미
- 발행일
- 2017-12
- 저널명
- 독어독문학
- 권
- 58
- 호
- 4
- 페이지
- 127 ~ 157